Der 33. Jungfrau-Marathon wird als Tag voller Emotionen und sportlicher Höchstleistungen in Erinnerung bleiben. Bei angenehmem Wetter nahmen 4’000 Läuferinnen und Läufer aus 73 Nationen und allen 5 Kontinenten die 42,195 Kilometer mit 1'953 Höhenmetern von Interlaken bis zum Eigergletscher in Angriff, begleitet von rund 20'000 Zuschauenden entlang der Strecke.
Gespannte Vorfreude lag über dem Höheweg, als Ehrenstarter Oliver Hammel, CEO der Jungfraubahnen, um 08:30 Uhr den Startschuss gab und sich das Feld in Bewegung setzte. Schon kurz nach dem Start in Interlaken bestimmten bei den Damen die Favoritinnen das Tempo. Die deutsche Laura Hottenrott dominierte das Rennen und siegte in 3:20:56 Stunden vor ihrer Landsfrau Kirsten De-Baey Ruszin und Gerda Steyn aus Südafrika. Bei den Herren feierte der Brite Jack White, den Überraschungssieg in 3:08:27 Stunden, vor dem Vorjahressieger Erik Hille aus Deutschland und dem Kenianer Sammy Rotich Chelangat. Lange bestimmte der 50-jährige Kenianer Mark Kiptoo mit horrendem Tempo das Rennen. Ab Wengen drehte Jack White den Rennverlauf und übernahm auf dem letzten Kilometer die Spitze.
Die beste Schweizerin Martina Strähl sowie der beste Schweizer Jerome Furer haben jeweils den vierten Platz belegt. 43 Prozent beziehungsweise 1'777 Personen absolvierten den Jungfrau-Marathon mindestens schon zum zweiten Mal. Sechs Läuferinnen und Läufer standen bereits zum 30. Mal am Start, zwei sogar zum 35. Mal.
Für Aufsehen sorgte auch der diesjährige Elite-Debütant Dario Cologna: Der vierfache Olympiasieger im Langlauf absolvierte seinen ersten Jungfrau-Marathon über die volle Distanz und erreichte das Ziel auf dem Eigergletscher nach 3:40:01 Stunden auf Rang 39.
Die Strecke begeisterte einmal mehr mit ihrer einzigartigen Kulisse: vom Start auf der Höhematte in Interlaken, vorbei am Brienzersee, durch Bönigen, Wilderswil und Zweilütschinen, weiter durch Lauterbrunnen und weiter über Wengen bis zum Ziel beim Eigergletscher, stets begleitet vom Panorama der markanten Dreierkette Eiger, Mönch und Jungfrau.
Nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch bot das Wochenende viele Höhepunkte: Bereits am Freitag sorgten die Startnummernausgabe und das Marathon-Village im Congress Kursaal Interlaken für Betrieb. Dario Cologna signierte im Kursaalgarten Autogramme und übergab die Medaillen an die schnellsten Minirunner, und Evelyne Schumacher vom Charity-Partner «allani Kinderhospiz Bern» sprach über die Arbeit der Einrichtung. Im Grindelwald Terminal sorgten am Samstag das Public Viewing, DJ Nik Thomi und die Siegerehrungen für gute Stimmung beim Publikum und den Teilnehmenden.
«Zwei grossartig Tage haben mit einem unglaublich spannenden Rennen bei den Männern ihren Höhepunkt mit einem neuen Sieger gefunden. Das schönste waren aber wiederum die strahlenden Gesichter aller Finisherinnen und Finisher im Ziel», sagte OK-Präsident Toni Alpinice. Er bedankt sich im Namen der Organisatoren herzlich bei allen Athletinnen und Athleten für Ihre Teilnahme und bei den Helferinnen und Helfern sowie Partnern für das grosse Engagement, das diesen Anlass möglich gemacht hat.